Der Rumpfinger Fenster-Blog

Zugluft stoppen: So dichten Sie alte Fenster richtig ab

01.02.2016 / Mario Rumpfinger / Kategorie(n): Ratgeber

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Im Lauf der Zeit können Ihre Fenster undicht werden; aus energetischer Sicht ist dies äußerst ungünstig: Kalte Außenluft dringt als Luftzug ins Gebäude, wodurch Ihre Energiekosten ansteigen – und auch das Raumklima wird empfindlich gestört.

Gerade während der Heizperiode im Winter machen sich undichte Fenster unangenehm bemerkbar, die Lösung ist ein neuer Wärmeschutz. Wie Sie eine schadhafte Fensterabdichtung erkennen und wie Sie sie selbst abdichten, lesen Sie im Folgenden.

Schadhafte Fensterabdichtungen erkennen

Ist eine Fensterisolierung nicht mehr funktionstüchtig, führt sie zu

  • einem unangenehmen Raumklima
  • Schimmelbildung
  • einem höheren Wärmeverlust.

Mithilfe des Flammen-Tests können Sie schnell feststellen, ob Sie Ihre Fenster neu abdichten müssen: Halten Sie einfach eine brennende Kerze oder ein Feuerzeug neben die Abdichtung. Beginnt die Flamme zu flackern, so weist dies auf undichte Stellen am Fenster hin.

Mögliche Ursachen für undichte Fenster

Bei älteren Fenstern wiederum fehlen mitunter Dichtungen oder diese sind so stark verschlissen, dass sie funktionslos werden. Dazu kommt es, wenn

  • ein Flügel nicht richtig schließt
  • eine Dichtung brüchig wird
  • sich kleine Spalten und Risse am Falz bilden

oder auch wenn Anschlüsse am Mauerwerk nicht richtig isoliert sind. In der Folge kann sich bei Holzfenstern allmählich der Rahmen verziehen, sodass über kurz oder lang an einer Fensterreparatur bzw. Fenstersanierung kein Weg vorbei führt.

Fensterwartung: So isolieren Sie Ihre Fenster selbst neu

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Die Abdichtung luftdurchlässiger Fenster führen geschickte Heimwerker selbst durch – für diese Art der Wartung brauchen Sie nicht unbedingt einen Fensterbauer. Je nach Fensterart und -material gehen Sie bei der Fensterreparatur unterschiedlich vor – und diese Unterschiede beginnen bereits bei der Auswahl der passenden Dichtung.

Erste-Hilfe-Maßnahme: Selbstklebende Dichtungen

Eine Selbstklebedichtung aus einem Schaumstoffband erfordert kaum Geschick beim Heimwerken; sie ist günstig und einfach nach dem Reinigen der Fenster zu montieren: Kleben Sie sie einfach nach dem Putzen auf die Kante zwischen Fensterflügel und Rahmen. So dichten Sie so gut wie jedes Fenster ab, ganz gleich ob

oder sogar Haustüren, ganz ohne Tischlerarbeiten. Nachteile dieser minimalistischen Erste-Hilfe-Maßnahmen: die Lebensdauer dieser Dichtungsart beschränkt sich auf höchstens eine Heizsaison und sie ist nicht besonders ästhetisch. Manche Kunststofffenster verfügen zudem über integrierte Gummidichtungen, die Sie nicht überkleben dürfen.

Effektiver: Austausch der Gummidichtungen

Deutlich haltbarer und effektiver ist die Erneuerung der Fensterabdichtung aus Profilgummi. Diese erhalten Sie im Fachhandel. Um die passende Profilbreite zu ermitteln, schneiden Sie am besten ein kleines Stück der ausgedienten Dichtung ab und nehmen Sie sie zum Kauf mit. Das richtige Spaltmaß zum Abdichten erhalten Sie, indem Sie etwas Knetmasse zwischen Fensterrahmen und -flügel legen. Messen Sie vor dem Kauf zudem die benötigte Länge für die Dichtung aus.

Tipp: Für die Fensterwartung reiben Sie Gummidichtungen gelegentlich mit Graphit ein, damit das Material nicht spröde wird.

Holzfenster richtig abdichten

Kunststoff- und Aluminiumfenster sind materialbedingt sehr wartungsarm; etwas anders sieht der Fall bei Holzfenstern aus: Sie stellen die anspruchsvollste Variante dar, weil bei der Fensterreparatur mehrere Schritte nötig sind.

Um die Fenster richtig zu sanieren, sollten sie undichte Stellen am Holzrahmen zunächst abschleifen und anschließend mit Holzkitt versiegeln, bevor Sie sie neu isolieren. Dabei haben Sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Materialien, die beide über spezifische Materialeigenschaften verfügen.

Acryl vs. Silikon: Eigenschaften der Dichtungsmaterialien

Grundsätzlich wird das Fenster entweder mit Silikon oder mit Acryl abgedichtet. Acryl können Sie problemlos überstreichen und es trocknet schnell, weshalb es gern im Innenausbau verwendet wird; allerdings ist es nur begrenzt elastisch und wasserabweisend.

Eine Silikondichtung bietet demgegenüber gleich mehrere Vorteile: Sie ist elastisch und deshalb wie geschaffen für einen arbeitenden Untergrund; der Kunststoff ist in unterschiedlichen Farbtönen bzw. transparent erhältlich und lässt sich einfach verarbeiten. Zudem ist es wasserundurchlässig und verringert somit das Risiko von Pilzbefall oder Schimmel.

Wann sich ein Austausch der Dichtung lohnt

Sofern Sie nicht ohnehin in nächster Zeit einen Austausch Ihrer Fenster bzw. der Verglasung planen, lohnt sich das Reparieren der Fensterdichtung auf jeden Fall: Die geringen Materialkosten stehen in keinem Verhältnis zu den eingesparten Heizkosten und mögliche Schäden, die durch eine mangelhafte Fensterwartung entstehen.

Am besten kombinieren Sie die Reparatur mit einer umfassenden Fenstersanierung, indem Sie bei dieser Gelegenheit z.B. Ihre Holzfenster neu streichen – so sparen Sie sich doppelte Arbeit und werden nach dem Renovieren nicht nur mit dichten, sondern auch mit optisch aufgewerteten Fenstern belohnt.

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