Der Rumpfinger Fenster-Blog

Dämmung für Ihren Rollladenkasten: Darum ist sie sinnvoll

11.11.2015 / Mario Rumpfinger / Kategorie(n): Allgemein, Ratgeber

Rollladen 1

In Altbauten und Gebäuden, die vor den 1990er Jahren errichtet wurden, sind ungedämmte Rollladenkästen große Energieverschwender; der Grund: Sie wurden entweder gar nicht oder nur unzureichend gedämmt. Zu den unangenehmen Nebenwirkungen einer schlechten Dämmung zählen

  • Zugluft
  • Schimmelbildung
  • höhere Heizkosten.

Die gute Nachricht: Ein Rollladenkasten lässt sich relativ einfach nachträglich dämmen. Im Verbund mit einer Fassadendämmung winkt sogar eine staatliche Förderung.

Probleme durch nicht gedämmte Rollladenkästen

Eine mangelhafte Dämmung führt zu einer Wärmebrücke, diese wiederum verursacht hohe Energieverluste an der Gebäudehülle. Durch den Temperaturunterschied sammelt sich Feuchtigkeit in der Umgebung der Fenster, die die Bildung von Schimmel begünstigt.

Aus diesem Grund stellt ein ungedämmter Rollladenkasten ein Gesundheitsrisiko dar – doch damit nicht genug: Darüber hinaus entsteht Zugluft sowie eine stärkere Lärmbelästigung im Inneren des Hauses. Darunter leidet der Wohnkomfort beträchtlich, sodass eine Dämmung gleich in mehrfacher Hinsicht sinnvoll ist.

Vorteile durch das nachträgliche Dämmen

Das Abdichten der Rollokästen macht sich unmittelbar bemerkbar, indem sie Zugerscheinungen reduziert; spätestens nach der Heizkostenabrechnung im Frühjahr zeigt sich auch, dass die Kosten für Heizenergie erheblich sinken. Weitere Vorteile zeigen sich mittel- und langfristig: Die Gefahr von Schimmelbildung sinkt erheblich, zudem verbessern sich Schallschutz und Brandschutz immens durch den verringerten Luftdurchzug.

Der Aufwand für eine nachträgliche Rollladenkasten-Dämmung ist vergleichsweise gering, geschickte Heimwerker können Sie durchaus in Eigenregie vornehmen. Alternativ können Sie sie in Kombination mit einer Fassadendämmung durchführen (lassen) – und sich dadurch großzügige Förderungen durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sichern.

Vorsicht bei Mietwohnungen

Sofern Sie Ihre alten Rollladenkästen in einer Mietwohnung selbst isolieren wollen, müssen Sie vorab Ihren Vermieter um Erlaubnis fragen. Ohne eine ausdrückliche Genehmigung laufen Sie Gefahr, bei eventuellen Problemen (z.B. sich stauender Feuchtigkeit) haftbar gemacht zu werden – und die Kosten für die Beseitigung von Schäden selbst tragen zu müssen.

Rollladenkasten selbst dämmen: So funktioniert’s

Um zu prüfen, ob Ihr Rollokasten eine Dämmung benötigt, reicht ein kleiner Test: Halten Sie einfach eine brennende Kerze bzw. ein Feuerzeug an den Kasten selbst und an die Gurtdurchführung der Rollläden. Beginnt die Flamme zu flackern, sind die Stellen undicht und eine Abdichtung ist sinnvoll.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schrauben Sie zunächst die Revisionsöffnung auf, um Zugang zu versteckten bzw. verkleideten Installationen zu erhalten. Messen Sie die Stärke der Dämmung bei aufgerolltem Rollladenpanzer aus; dies ist wichtig, damit Sie den Rollladen später problemlos öffnen und schließen können. Als Faustregel gilt: Je dicker die Dämmung, desto höher die Energieersparnis.

Als Dämmmaterial dienen z.B. Styrodurplatten, wie sie im Baumarkt erhältlich sind. Schneiden Sie diese möglichst exakt zu, damit durch die Fugen keine Luft in die Wohnung eintritt; am besten fertigen Sie dafür Schablonen aus Karton oder Pappe an. Fachbetriebe bieten darüber hinaus spezielle, fertig zugeschnittene und biegsame Dämmplatten an.

Bevor Sie die Dämmplatte anbringen, dichten Sie sämtliche Spalte und Risse mit Silikon ab, um Schwachstellen zu vermeiden. Anschließend befestigen Sie die Dämmplatten mit Spezialkleber an den Kastenwänden. Bringen Sie die Innendämmung mindestens nach unten und nach vorne (also zum Innenraum hin) an, idealerweise rundum. Für eine vollständige Dämmung kleiden Sie auch die Seitenwände des Rollladenkastens mit Dämmelementen aus.

Tipp: Zudem ist es überlegenswert, bei dieser Gelegenheit gleich einen elektrischen Rollladenantrieb einzubauen. Eine Gurtführung ist dadurch nicht mehr nötig, für die Montage des Kabels ist lediglich ein kleines Wandloch nötig; so eliminieren Sie eine weitere mögliche Wärmebrücke!

Ideal: Kombination mit einer Fassadendämmung

Einen Rollladenkasten abzudichten ist eigentlich immer sinnvoll – es sei denn, Sie planen in absehbarer Zeit den Austausch Ihrer Fenster oder eine Wärmedämmung der Fassade. In diesem Fall ist es empfehlenswert, die jeweiligen Maßnahmen zu kombinieren: Sie sparen dadurch nicht nur Zeit (rund 4 Stunden müssen Sie für das Abdichten eines Rollladenkastens kalkulieren), sondern können zusätzlich staatliche Förderungen in Anspruch nehmen.

Staatliche Zuschüsse für die Dämmung sichern

Rollladen

Zinsgünstige Kredite und/oder Zuschüsse machen das Renovieren von Bestandsbauten für Eigenheimbesitzer interessant. Für

  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
  • Dachdämmung

gewährt die KfW großzügige Energiespar-Förderungen, die Sie entweder als Zuschuss oder in Form eines günstigen Kredits erhalten. Im Rahmen der „Energieeffizient Sanieren“-Programme können Sie eine der Fördermöglichkeiten beantragen:

Investitionszuschuss (Programm 430): Max. 5.000 Euro pro Wohneinheit

Kredit (Programm 151): Max. 75.000 Euro pro Wohneinheit plus Tilgungszuschuss bis zu 22,5 Prozent der Kreditsumme

Kredit, Einzelmaßnahmen (Programm 152): bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit für einzelne Sanierungsmaßnahmen.

Wichtig: Energieberater hinzuziehen

Für die Förderprogramme des Bundes gelten allerdings ein paar Bedingungen: Der Förderantrag muss von einem eingetragenen Energie-Fachberater bei der Hausbank gestellt werden – und zwar vor dem Beginn der Sanierungsmaßnahmen. Im Rahmen einer Erstberatung informiert Sie der Energieberater über sinnvolle Maßnahmen. In seinem Gutachten erläutert er, inwiefern sie die Energieeffizienz Ihres Hauses verbessern und stellt Ihnen alle nötigen Bescheinigungen aus.

Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen gerne eine unabhängige Energieberatung. Kontaktieren Sie uns am besten direkt, um das Maximum an Fördermöglichkeiten bei der Dämmung auszuschöpfen!

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